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Othmar Schoeck (1886-1957)

Der Schweizer Othmar Schoeck hat in der Geschichte des Liedes einen bevorzugten Platz: eine ursprüngliche lyrische Begabung, die dem Lied in einer Zeit der satz- technischen Komplizierung und des gesteigerten, auf Konzertwirkung bedachten Raffinements seine alte melodische Einfachheit bewahrt hat; ein Musiker von tiefer Innerlichkeit, der ebenso wie Yrjö Kilpinen, unbekümmert um äußeren Erfolg, den reinen Gleichklang von Dichtung und Musik suchte. Seine mehr als 400 Lieder stellen der höchsten sängerischen Ausdruckskunst fesselnde und ergiebige Aufgaben.
Othmar Schoeck war ein Schüler Max Regers, hat aber wenig oder nichts von seinem Lehrer übernommen; es ist kein größerer Gegensatz denkbar als der, der zwischen der harmonischen, oft die Singstimme überwuchernden Überfülle des Regerschen Liedes und der ausgesparten, ganz der Gesangslinie untergeordneten Kargheit der Schoeckschen Liedsätze besteht. Wenn man zu Lebzeiten des Komponisten versucht war, diese Kargheit als Flucht vor den Zeitproblemen, als Rückzug in eine überlebte Vergangenheit zu deuten, so muß man heute, da die Lieder ihren Schöpfer überlebt haben, das Schoecksche Werk, als das auf seinem besonderen Gebiet Vollkommenes, in sich Ruhendes, anerkennen.

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